DER BETRIEB
Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht
Stand: November 2012

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Arbeiten während Arbeitsunfähigkeit – (l)egal?
DB vom 23.11.2012, Heft 47, Seite 2691 - 2694, DB0556447
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Arbeiten während Arbeitsunfähigkeit – (l)egal?

RA Philipp Merkel, Weinstadt

Philipp Merkel ist Rechtsanwalt in Weinstadt und tätig bei Südwestmetall Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e.V.

In der betrieblichen Praxis wird regelmäßig die Frage aufgeworfen, welchen Risiken sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer aussetzen, wenn ein Arbeitseinsatz während bekannter und/oder attestierter Arbeitsunfähigkeit erfolgt. Dabei spielen insbesondere die vom Autor beleuchtete Abgrenzung zwischen Krankheit und Arbeitsunfähigkeit, die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, die Haftung von Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sowie die sozialversicherungsrechtlichen Auswirkungen eine entscheidende Rolle.

Artikel-Inhalt

  • I. Einleitung
  • II. Arbeitsunfähigkeit – Feststellung und Konsequenzen
    • 1. Die Arbeitsunfähigkeit
    • 2. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung – Rechtscharakter und Rechtswirkung
  • III. Risiken für den Arbeitgeber bei einem Einsatz während bekannter Arbeitsunfähigkeit
    • 1. Arbeiten trotz Arbeitsunfähigkeit: Fürsorgepflicht des Arbeitgebers
    • 2. Risiko im Rahmen der verhaltensbedingten und krankheitsbedingter Kündigung
    • 3. Risiko des Annahmeverzugs bei Fehlprognose
    • 4. Sozialversicherungsrechtliche Betrachtungsweise: Arbeitsunfall bei einem Arbeitseinsatz während der Arbeitsunfähigkeit?
  • IV. Risiken für den Arbeitnehmer bei einem Arbeitseinsatz während bekannter Arbeitsunfähigkeit
    • 1. Schadensersatz-/Schmerzensgeldansprüche Dritter gegenüber dem arbeitsunfähigen Kollegen
    • 2. Kündigungsrelevantes Verhalten: Arbeiten trotz Arbeitsunfähigkeit
    • 3. Auswirkung auf den Entgeltfortzahlungs- bzw. Krankengeldanspruch
    • 4. Auswirkungen der Arbeitsunfähigkeit auf eine Nebentätigkeit
  • V. Zusammenfassung

I.

Einleitung

Arbeitgeber kommen häufig in die Situation, über einen Arbeitseinsatz von Arbeitnehmern nachdenken und entscheiden zu müssen, obwohl diese aus ärztlicher Sicht arbeitsunfähig erkrankt sind bzw. jedenfalls die Arbeitsunfähigkeit noch attestiert ist. Entweder bedarf es dieser Überlegung seitens des Arbeitgebers aufgrund akuten Beschäftigungsbedarfs, oder der Arbeitnehmer bietet seine Arbeitskraft vor dem Hintergrund seiner „subjektiven“ Wiedergenesung – eventuell zur Vermeidung des Krankengeldbezugs – an. Im nachfolgenden Beitrag wird den Fragen nachgegangen, wann von einer Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist, welche Bindungswirkung die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung hat, wie weit die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers reicht und welche Konsequenzen ein Arbeitseinsatz trotz Arbeitsunfähigkeit haben kann.

II.

Arbeitsunfähigkeit – Feststellung und Konsequenzen

1.
Die Arbeitsunfähigkeit

Die Frage der Arbeits(un)fähigkeit ist für die Frage der Erbringung der arbeitsvertraglichen Pflichten

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Version: rc-3.1.24881 (Handelsblatt Fachmedien_DB)
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