DER BETRIEB
Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht
Stand: Juli 2012

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DB vom 20.07.2012, Heft 29, Seite 1609 - 1614, DB0483270
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Der Insolvenzrichter als Schaltstelle des gerichtlichen Sanierungsverfahrens? (Teil 1)

RiAG Prof. Dr. Heinz Vallender, Köln

Prof. Dr. Heinz Vallender ist weiterer aufsichtführender Richter am AG Köln, dort Leiter der Insolvenzabteilung und Direktor des Instituts für Internationales und Europäisches Insolvenzrecht der Universität zu Köln.

Die entscheidenden Weichenstellungen für die Sanierung eines Unternehmens in der Insolvenz erfolgen im Eröffnungsverfahren. In der Phase ab dem Eingang des Insolvenzantrags bei Gericht bis zur Eröffnungsentscheidung liegt es u. a. in der Verantwortung des Insolvenzrichters, insbesondere auch im Hinblick auf die Neuregelung durch das ESUG, die Sanierungsbemühungen zu unterstützen. Der Beitrag untersucht die bestehenden Gestaltungsmöglichkeiten.

Artikel-Inhalt

  • I. Einleitung
  • II. Persönliche und fachliche Qualifikation des Insolvenzrichters
  • III. Sanierungsbeiträge des Insolvenzrichters im Insolvenzeröffnungsverfahren
    • 1. Der zulässige Eigenantrag als Eintrittskarte für eine Sanierung im gerichtlichen Verfahren
    • 2. Pragmatismus versus Dogmatismus bei der Feststellung des Gerichtsstandes im Falle einer Konzerninsolvenz
    • 3. Die „richtige“ Auswahl des (vorläufigen) Insolvenzverwalters
    • 4. Anordnung einer Einzelermächtigung als sanierungsförderndes Instrument

I.Einleitung

Der (vorläufige) Insolvenzverwalter hat die Pflicht, das Unternehmen des Schuldners bis zu einer abweichenden Entscheidung der Gläubigerversammlung fortzuführen (§§ 22 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2, 157 InsO). Selbst der vorläufige schwache Verwalter muss bei entsprechender Beschlussfassung des Insolvenzgerichts die Weiterführung des Geschäftsbetriebs ermöglichen . Die Unternehmensfortführung dient keinem Selbstzweck , sondern hat sich allein an dem Interesse der Gläubiger an einer bestmöglichen Befriedigung auszurichten. Die Fortführung des Betriebes bereits im Insolvenzeröffnungsverfahren schafft häufig erst die Grundlage für eine übertragende Sanierung oder einen Insolvenzplan, mit dem eine Reorganisation des schuldnerischen Unternehmens angestrebt wird

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Version: rc-3.1.25311 (Handelsblatt Fachmedien_DB)
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